13. Mai - 18. Juli 2024
Total 11'617 km. - 1'444 l Diesel. - Ø 12,4 l / 100 km
Nordwärts ...
Wismar
Rostock
Ankunft in Schweden, 17. Mai 2024 um 6.30 Uhr
Ystad
Sölvesborg - längste Fussgängerbrücke Europas - 760 m
Autofriedhof Kyrkömosse
IKEA Museum Älhult
Elchpark Markaryd
Nimis: Ein Kunstwerk aus Treibholz
Schon in den 1980er-Jahren errichtete Vilks ein verschlungenes, vieltürmiges Kunstwerk aus Treibholz an der Küste des Naturschutzgebietes in Kullaberg, einer Halbinsel nördlich von Malmö. Vilks nannte sein Kunstwerk «Nimis“, was im Lateinischen „zu viel“ bedeutet. Die Türme sind über enge Tunnel miteinander verbunden, was ein spektakulären Spielplatz für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ergibt. Die schwedischen Behörden entdeckten Nimis erst nach zwei Jahren, erklärten das Kunstwerk aber umgehend zu einem Gebäude und forderten den Abriss, da keine Baugenehmigung vorlag. Daraufhin folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, auf den Vilks – als Ausdruck des Protests – mit der Gründung von Ladonien reagierte. Ladonien selbst hat heute rund 27.000 Staatsbürger*innen, aber keine Einwohner*innen. Die Staatsbürgerschaft kannst du online für 30 Dollar beantragen. Es gibt zahlreiche Minister *innen und Botschafter*innen, Königin ist Carolyn I., amtierender Premierminister ist Frans Brood. Die Verfassung von Ladonien steht in Form eines riesigen, abstrakten Betonbuches namens „Arx“ ein paar Meter neben Nimis. Das Buch soll 352 Seiten haben, an ein paar Stellen findest du Seitennummern, Text und Zeichen. Dass Nimis auch nach über 40 Jahren noch steht, zeigt, dass sich die schwedischen Behörden mittlerweile mit dem Kunstwerk abgefunden haben. Als touristische Attraktion werden die Holztürme allerdings nicht vermarktet, denn der Weg dorthin ist nicht ausgeschildert.
Candy Flyer
Elchpark Lagaland
Glasreich - Kosta - Boda - Orrefors
Kalmar
Öland
Nordspitze von Öland - der lange Eric
Camping Böda
Windmühlen
Burg Eketorps
Südspitze von Öland - der lange Jan
Troll Park "Garpes Vänner" in Gamleby
Kleva Gruva Bergwerk
Gränna am Vättern
Street Art in Borås
Street Art in Partille
Göteborg
Street Art und Aquarium
Westküste: Smögen - Fjällbacka
Autofriedhof in Båstnas
In der Nähe des kleinen schwedischen Ortes Töcksfors liegt nach einer 20 Kilometer langen, ungepflasterten Straße der winzige Ort Båstnäs. Er besteht lediglich aus ein paar typischen Holzhäusern, die in eine wunderbare Natur aus Wäldern und Seen verstreut wurden; kurz dahinter befindet sich die Grenze zu Norwegen.
Gesetzeslücke macht den Weg für den Autofriedhof frei
Der Ort wird geteilt durch einen Weg, den man dort «Sugar Road» nennt, weil diese Straße in der Vergangenheit oft genutzt wurde, um – unter anderem – Zucker zu schmuggeln. Die ganze Gegend ist rau und einsam und eignet sich daher prächtig für einen nicht legalen Grenzverkehr.
1955 gründeten die Gebrüder Ivansson hier eine Werkstatt, in der sie alle Arten von Autos reparierten, vor allem schwedische, deutsche und englische Marken. Im benachbarten Norwegen dagegen fuhren damals noch fast keine Privatwagen, und auch der Import von Autos war verboten. Die Gebrüder hatten aber eine Lücke im Gesetz entdeckt: Es gab kein Verbot für den Import von Einzelteilen, und auch war es nicht verboten, nach der Grenze in Norwegen wieder ein Auto zusammenzubasteln.
Also demontierten die Ivanssons die Fahrzeuge in Schweden, setzten sie in Norwegen wieder zusammen und verdienten sich ein gutes Zubrot. Dazu verkauften sie viele Autos an Leute, die diese restaurieren wollten. Es war ein gutes Geschäft, und so kam es, dass nach einiger Zeit um das Haus und um die Werkstatt herum viele Autos standen, die entweder noch verkauft wurden oder als Ersatzteilspender für andere Fahrzeuge dienten.
Letzte Ruhestätte für Ford Badewanne, Saab 99 & Co.
In jenen Jahren gab es einen großen Bedarf an billigen Transportmitteln, und die Gebrüder konnten genau das anbieten. Darüber hinaus wurden aus der Umgebung Autos, die nicht mehr fahrfähig waren, nach Båstnäs gebracht. Das war kein Problem, denn der Ort liegt «in the middle of nowhere» und es schadete niemandem. Die Ivanssons hatten eine Genehmigung für 500 Autos, und die haben sie heute noch.
Soljecamping.se
Das Dalapferd: Aus Nusnäs in die Welt
Eines seiner bekanntesten Symbole hat Schweden zwei Teenagern zu verdanken. Und einem traurigen Ursprung. Die Familie Olsson aus Nusnäs war ärmlich. So mussten die beiden Brüder Nils und Jannes Olsson früh zum Lebensunterhalt beitragen. 1928, die beiden waren gerade mal 13 und 15 Jahre alt, schnitzten sie nach dem Schulunterreicht die ersten Dalapferde. Sie nahmen einen Kredit von 400 Riksdalern auf, wovon sie sich eine Bandsäge kauften. Die erste kleine Dalapferd-Fabrik war gegründet.
Vorläufer stammen aus dem 18. Jahrhundert
„Wir Menschen haben das Pferd schon immer abgebildet. Unsere Vorfahren schnitzten Bilder ihres treuen Freundes in die Höhlen, und so hat es sich fortgesetzt“, erklärt Linnea Knutsson, die seit zwei Jahren im Dalapferd-Laden „Nils Olsson“ arbeitet. Die Vorläufer der heute uns bekannten Holzpferde stammen aus dem 18. Jahrhundert. Damals schnitzten Waldarbeiter in den Dörfern um Mora abends in ihren Blockhütten die Pferde.
In den 1830er-Jahren bekamen diese schließlich ihre floralen Muster, die heute Kurbits genannt wird. So avancierten die Dalapferde auch erstmals zu Exportobjekten. Sie wurden von mehreren Dörfern in der Umgebung von Mora aus verkauft und von Handelsreisenden im ganzen Land verbreitet.
Der Durchbruch des Dala-Pferd
Bisher verlief der Verkauf der kleinen Dalapferde (Dalahästar) vor allem innerhalb von Schweden. Der Tourismus steckte noch in den Anfängen. Weltbekannt wurde das Dalapferd (Dalahäst) aber mit der Weltausstellung in New York im Jahr 1939. In Vorbereitung dieser Weltaustellung überlegte man sich einen Hingucker für den schwedischen Pavillon. Da kam der schwedische Ausstellungs-Architekt auf die Idee, vor diesen Pavillon ein riesengroßes Dalapferd (Dalahäst) aufzustellen.
Das führte zum durchschlagenden Erfolg. Die Menschen liebten dieses Pferd und die Presse berichtete auf der ganzen Welt darüber und druckte Bilder ab. Alleine im Folgejahr wurden 20.000 Dalapferde (Dalahästar) produziert und nach New York verkauft.
Elektrische Maschinen statt Hand
Bis heute ist die Produktion von immenser Präzision geprägt. Elektrische Maschinen haben zwar das Kurbeln von Hand ersetzt. Alles andere ist geblieben. Die Pferde werden immer noch per Hand geschnitzt und erhalten ihre charakteristische Bemalung von filigranen Fingern. „Die Tradition und die Liebe zum Handwerk sind heute noch dieselben wie 1928, als wir anfingen“, sagt Linnea Knutsson. „Das ist unser Stolz und unsere treibende Kraft auch für die Zukunft.“
Bei „Nils Olsson“ arbeiten heute zwölf Personen. Zwei davon sind noch immer mit den beiden Brüdern Nils und Jannes verwandt. Hier im Herzen von Dalarna stellt das kleine Unternehmen Holzpferde in verschiedenen Formen und zahlreichen Größen her.
Geschnitzt aus hiesigen Wäldern
Das Holz für die Dalapferde stammt aus den Kiefernwäldern rund um den Siljansee in Dalarna. Das Klima ist perfekt für das beste, langsam wachsende Kiefernholz, das sich ideal zum Schnitzen von Dalapferden eignet. Im Sägewerk wird das Holz dann sondiert und ausgewählt. Nur die beste Qualität eignet sich auch für ein Dalapferd.
Die ausgewählten Stücke werden gehobelt, eine Schablone wird aufgestempelt. Dann wird die Form der Pferde ausgesägt, erst grob und dann fein mit der Bandsäge. Anschließend geben die geschickten Holzschnitzer dem Dalapferd mit Hilfe des Moramessers seine endgültige Form.
Viele Farben, ein Original
Das geschnitzte Pferd wird in zwei Schichten der Grundierung getaucht. Um eventuelle Unregelmäßigkeiten zu finden, wird es zudem geprüft, gespachtelt und geschliffen. Dann ist es Zeit für den letzten Tauchgang, bevor das Pferd für die einzigartige Handbemalung bereit ist. Heutzutage gibt es Pferde in variantenreichen Grundfarben. Die traditionelle und bekannteste ist jedoch das Rot.
Die traditionelle Bemalung der Dalapferde nennt man «krusmålning» und ist eng mit den Kurbits verwandt. Diese Arbeit malen die erfahrenen Dekorateure freihändig. Der letzte Schritt besteht darin, die Pferde mit einer schützenden Schicht Klarlack zu versehen. Erst dann ist es an der Zeit, dass sie Nusnäs verlassen und die Welt bereisen.
Nils und Jannes Olsson haben zu einem kulturellen Erbe beigetragen, das nicht nur zum Symbol Dalarnas, sondern eben auch Schwedens geworden ist. Aus einer misslichen Lage wurde eines der beliebtesten Mitbringsel aus dem Land im hohen Norden.